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Emma-Time: Achtsamkeit

Ob ich das wohl könnte?
Emma sah sich im Spiegelbild kritisch an. 10 Stunden am Tag meditieren!?
Puh….richtig leidensfähig war sie nun wirklich nicht, wie sich momentan während dieser Hitzeperiode herausstellte.
Einfach hinnehmen was ist!
Emma hatte das Buch „Triffst du Buddah, töte ihn!" gelesen und den Autor gedanklich nach Indien begleitet. In einem bescheidenen Meditationszentrum lässt er sich darauf ein täglich 10 Stunden  zu meditieren.
Meditieren vor dem Frühstück, meditieren nach dem Frühstück, eine kurze Mittagspause, weitermeditieren, ein kleiner Spaziergang im Garten und dann wieder meditieren. Und alles ohne Ablenkung: keine Medien, kein Telefon und vor Allem: Nicht reden!
10 Tage Beschäftigung nur mit sich selbst!
 
 Emma hatte total inspiriert vom Buch sofort anfangen wollen. Hatte sich abends nach der Arbeit hingesetzt und folgte den Anweisungen der Zen-Meditation:
„Setzen Sie sich entspannt in den Schneidersitz oder auf einen Stuhl!"
Natürlich keine Stuhl…pah…wenn schon, denn schon….
„Wichtig ist nur, dass Sie gerade sitzen, das Becken leicht nach vorne geneigt…." Geht doch alles, dachte Emma….
„Und nun konzentrieren Sie sich auf das Atmen! Konzentrieren Sie sich auf die Nasenspitze und zählen Sie Ihre Atemzüge! Einatmen…eins…ausatmen … zwei… bis Sie bei zehn angekommen sind. Wenn Ihre Gedanken abschweifen, beginnen Sie wieder von vorne. Sie hören nun einen Gong…..nach 10 Minuten wieder einen, dann ist die Meditation beendet!"
Ein Klacks, dachte Emma, was waren schon 10 Minuten?
Noch mal den Rücken durchgestreckt und los….Einatmen …eins…ausatmen …zwei…..sie musste unbedingt daran denken, noch heute Abend den Brief für morgen zu schreiben, damit er noch in die Post ging….verdammt….also gut…eins….einatmen….ausatmen …zwei….einatmen ….drei….Marc…..super Konzentration, Emma! Wieso musste sie jetzt ausgerechnet an Marc denken? So ging es eine ganze Zeit, bis sie einen Durchlauf bis zehn hatte….jajajajajajaja!
 
Und schon meldetet sich der kleine Teufel auf ihrer Schulter und sagte: „Tse, tse, tse…Frauen sind echt multitasking……!" Und er hatte Recht….sie konnte tatsächlich bis zehn atmen und sich prallel mit anderen Dingen beschäftigen.
Und um ehrlich zu sein….wie war das in dem Buch….Schmerzen….waren das noch ihre Knie? Wenn ja, dann wohl nicht mehr lange….
Emma hörte erleichtert den zweiten Gong und schlug die Augen auf! Puh! Respekt…wer das den ganzen Tag durchhielt…. Wieso fällt es uns so schwer achtsam zu sein? Denn darum geht es in der Zen-Meditation eigentlich. Achtsam sein, für den Moment… Achtsam zu sein und leben mit dem was gerade ist!
Ihr Spiegelbild blickte ihr tief in die Augen…. „Es ist einfacher, sich ablenken zu lassen! Nicht nachdenken müssen…nicht fühlen müssen…das kann auch ganz schön unangenehm sein."
 
Wie war das so schön im Buch beschrieben….triffst du Buddah, töte ihn….lass ihn los…und lebe achtsam mit dir!
 
Morgen würde sie es einfach wieder versuchen!
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!