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Emma-Time: Briefmarken gibt es auch zum Selberkleben

Wann war Schreiben aus der Mode gekommen, fragte sich Emma bei ihrem abentlichen Ritual. Gut, die Briefmarken schmeckten früher eklig, aber heute...
 
Heute war einer dieser Sonntag gewesen, an denen man eigentlich nur mit einer Tasse Tee und einem guten Buch im Bett liegen bleiben kann. Es hatte den ganzen Tag aus Kübeln gegossen, und es war draußen so dunkel geworden, dass man sogar das Licht in der Wohnung anmachen musste…und das im AUGUST! Emma hatte nach einem langen Frühstück, die dicken Stricksocken ausgepackt und gedacht: Carpe Diem! Du wolltest schon immer mal diverse Schränke ausmisten. Also los!
 
Also hatte sie sich ans Werk gemacht und war nach einiger Zeit und nach zugegeben einigen cm Staub auf eine alte Kiste gestoßen: Briefe und Postkarten.
 
Oh Mann, war das lange her. Sie hatte die Kiste mit ins Wohnzimmer genommen, sich einen Tee gekocht und sich samt der Kiste auf den Boden niedergelassen. Bei der ein oder anderen Postkarte musste sie wahrlich schmunzeln. Liebevoll erinnerte sie sich an jede Gelegenheit und den Schreiber dazu.
 
Stimmt, die hier war von Tanja gekommen: Lächle! Morgen wird es schlimmer kommen! Quietsch gelb! Diese Karte war gekommen als es ihr wegen der Trennung von Marc echt schlecht ging.
 
Oder eine andere Karte von Jo: Freunde machen alles gemeinsam. Auch wenn es mal schief geht! Auf der Karte waren zwei kleine Jungs zu sehen, die gemeinsam die Finger in die Steckdose hielten.
Oh ja! Und dann waren da ganz zu unters noch Briefe! Herrlich, so richtig auf ordentlichem Briefpapier und mit Füller geschrieben. Ein Hauch von Nostalgie. Heute im Zeitalter von SMS und
e-mail schreibt man eben kaum noch. Ging ja auch alles viel schneller. Alles viel praktischer! Und doch….die persönliche Note, das hatten eben Briefe und auch die Karten.
Mit Bedacht ausgesuchte Motive und auch mit Bedacht geschriebene Texte. Eben nicht die Möglichkeit zu haben und mal eben die DEL-Taste zu drücken.
 
Und dann hatte sie einen Brief aus der Kiste geholt, der ihr Herz höher schlagen lies…einen Liebesbrief von Mark. Emma hatte ihn gelesen und tief geseufzt. Wann hatte sie ihren letzten Brief geschrieben? Irgendwo im Arbeitszimmer musste es noch Briefpapier geben. Also machte sie sich einen neuen Tee, entzündete eine Kerze und griff zum Füller und begann zu schreiben:
„Meine liebe Tanja, ……" Versuchen Sie es doch auch einmal, einen Brief an die Liebste, den Liebsten, die Freundin, den Freund, die Mutter, den Vater oder einfach nur an sich selbst!
 
 Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!