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Emma-Time: vom Suchen

Puh! Sonntagskaffee in der Familie….ich glaube, es gibt nichts, was mehr schlaucht, dachte Emma, während sie sich eine Gesichtsmaske auftrug.
 
Während des chaotischen Durcheinanders, bei dem in der Regel sowieso der eine nicht dem anderen zuhörte, hatte sie heute fallen lassen, dass sie sich für eine zehn-tägige-Zen-Meditation angemeldet hatte. Plötzlich war das Gespräch am Tisch verstummt.
Ihre Mutter hatte sie mit weit aufgerissenen Augen angesehen und gesagt:" Habe ich das richtige verstanden? Meditieren? Du? So ganz ohne Worte für zehn Tage? Wozu willst du das denn machen?" „Ich weiß nicht! Ich habe das Gefühl, dass es im Leben irgendwie mehr geben muss. Etwas, das nur auf mich wartet. Und ich bin eben auf der Suche danach!" „So ein Quatsch! Du hast doch eigentlich alles: Einen guten Job, ein vernünftiges Gehalt, eine hübsche Wohnung, Freunde und Hobbys! Was willst du mehr? Du jammerst hier nur rum. Du probierst doch ständig neue Dinge aus! Meinst du nicht, jetzt ist mal gut?! Du jammerst auf ziemlich hohem Niveau! Denk mal an die todkranken Menschen auf dieser Welt!"
 
Und wie auf Knopfdruck stellte sich ein schlechtes Gewissen bei Emma ein. Stimmt eigentlich. Wie vielen Menschen ging es bestimmt schlechter als ihr und trotzdem war sie unzufrieden! Etwas fehlte, nur was?
„Sag mal Mutter, wann hast du dich mit deinem Leben so abgefunden wie es ist?"
 
„Oh, weißt du, vor 25 Jahren wollte ich mich auch mal scheiden lassen, weil ich dachte, dass es das wohl nicht sein kann. Aber heute bin ich froh, es nicht getan zu haben, die letzten zwei Jahre waren ja auch gar nicht mehr so schlecht!"
Bei dieser Aussage drehte Emmas Magen sich um.
 
Der Blick ihres Spiegelbildes wirkte ernst: Nein, auch wenn es total egoistisch klang: Zufriedenheit alleine reicht nicht…sie wollte irgendetwas finden, dass sie innerlich wieder strahlen lies. Und für diese Suche würde sie auch einiges riskieren.
 
Und was lässt Sie innerlich strahlen?
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!